Neben den normalen Führungen im Innenraum des Doms und in der Schatzkammer, der Führung durch die Ausgrabungen unter dem Dom und der Führung über und unter den Dächern gibt es als weitere öffentliche Führung noch die sogenannte Glockenführung. Diese bietet neben der Besichtigung der Glocken und der reichhaltigen Information über deren Historie die Besonderheit, während des Läutens der Glocken im Südturm des Doms im Glockenstuhl anwesend sein zu können, den Glocken also beim Läuten zuzuschauen. Der Glockenstuhl ist zwar normalerweise den ganzen Tag über geöffnet und kann während einer Besteigung des Südturms besucht werden, während des Läutens wird dieser aber regelmäßig geschlossen, weil das Glockengeläut so laut ist, daß es ohne Schutz der Ohren zu einer Gesundheitsgefährung kommen kann. Bei der Glockenführung wird daher ein Ohrenschutz ausgegeben.
Die Tour startet "im Keller" des Doms, in den Ausgrabungen unterhalb des Domfußbodens.
In diesem Bereich wurden früher Glocken gegossen. Das ersparte einen umfangreichen Transport von weit entfernt liegenden Glockengiessereien.
Weiterer Blick in die Ausgrabungen.
Nach den Ausgrabungen geht es über die Treppen des Doms hinauf auf den Uhrenboden, auf dem die Domuhr steht.
Blick nach oben auf dem Uhrenboden.
Ein inzwischen ausrangiertes mechanisches Läutewerk der Domglocken kann man im Glockenstuhl unterhalb der dortigen Wartungsebene betrachten. Bevor im Dom ein mechanisches Läutewerke eingeführt wurde, mußten für ein Vollgeläut im Glockenstuhl insgesamt über 50 Personen die Glocken in Schwingung bringen.
Auf der Besucherplattform des Glockenstuhls gibt es weitere Informationen zu den einzelnen Glocken. Links als zweitgrößte Glocke im Dom zu sehen die 10.500 Kg schwere Pretiosa, rechts im Hintergrund die 24.000 Kg schwere St. Petersglocke.
Die Pretiosa (die Kostbare) wurde 1448 mit dem Ton 'g' gegossen, damals war sie die größte Glocke im Abendland.
"Star" des Glockenstuhls ist natürlich die St. Petersglocke aus dem Jahr 1923, die größte freischwingende Kirchenglocke der Welt.
Hier gut sichtbar der fast 800 Kg schwere alte Klöppel der St. Petersglocke. Am 06.01.2011 zerbrach der 1953 hergestellte Klöppel während des Dreikönigstag-Läutens aufgrund von Materialermüdung im oberen Bereich und fiel aus der Glocke heraus. Ein neuer Klöppel wurde dann Ende 2011 gegossen und ist seit Dezember 2011 in Betrieb. Der neue Klöppel wiegt "nur" noch ca. 600 Kg.
Alter (links) und neuer (rechts) Klöppel der St. Petersglocke.
Blick (in Richtung Süden) in die Konstruktion des Glockenstuhls. Links die 5.600 Kg schwere Speciosa, in der Mitte die St. Petersglocke, rechts die Pretiosa.
... und noch einmal ...
Blick durch ein Fenster des Glockenstuhls nach Süden. Links und rechts die Mauern des Südturms.
Dann beginnt das Domgeläut gegen 19:30 Uhr. Mit Ohrenschutz bewaffnet lauschen die Teilnehmer der Führung den Glocken. Blick von der südlichen Seite des Glockenstuhls. An dieser Seite hängen die Kapitelsglocke, die Dreikönigenglocke, die Aveglocke, die Josephglocke und die Ursulaglocke.
Die schwingende Speciosa.
Noch einmal die St. Petersglocke. Die Dimensionen der Glocke werden nun gut sichtbar.
Die St. Petersglocke in Aktion.
Hörproben der Glocken
Petersglocke
Pretiosa
Vollgeläut
Neu!!! Animierter Cursor Petersglocke Der animierte Cursor für den Glockenfreund. Bietet sich als Cursor für die Cursorarten "Hintergrundaktivität" und "Ausgelastet" (statt Sanduhr) an. Hier zip-Archiv mit der *.ani-Cursordatei herunterladen: Petersglocke.zip, 198 Kb, downloads.
Ein von mir bei der Glockenführung erstelltes Video des Samstagsabend-Geläuts (19:30 Uhr) auf youtube:
Ein weiteres Video von mir zeigt eine andere Glockenführung am Abend vor Fronleichnam 2011, mit einem (fast) Vollgeläut. Die Petersglocke ist eingerüstet, nachdem Anfang 2011 der Klöppel abgebrochen war und läutet daher nicht mit. Ein anderer Klöppel hängt zu Testzwecken in der Petersglocke. Im Video zu sehen auch weitere Bestandteile der Glockenführung, also am Beginn die Besichtigung der Ausgrabungen unter dem Dom mit ehemaligen Glockengussgruben und Teilen des in den 870er Jahren geweihten und später dem heutigen Dom gewichenen alten Doms ("Hildebold-Dom"). Danach Aufstieg zum Uhrenboden, auf dem auch diverse Fassadenfiguren gelagert sind. Von der Uhr wird um 18.00 Uhr über lange Drahtseile, die zum Glockenstuhl hinauf führen, der Stundenschlag ausgelöst. Dann der Aufstieg zum Glockenstuhl. Unterhalb der massiven Eisenkonstruktion befinden sich weitere Exponate aus der Historie des Doms, u.a. eine alte elektrische Schalttafel. Auf der Besucherplattform des Glockenstuhls stehend, startet gegen 18.30 Uhr das festliche Geläut mit der Pretiosa, diese läutet einige Minuten alleine. Nach dem Geläut aller Glocken pendelt die Pretiosa am Schluß auch als letzte Glocke aus. Diese Führung ging anschließend auch noch einmal zurück durch das Dach und den Außenweg rund um das Dach. Nach heftigen Regenfällen am Besichtigungstag ergab sich durch die gereinigte Luft ein besonders schöner Blick über die Stadt bis hin zum Siebengebirge. Am Schluß die Abfahrt mit dem Bauaufzug. Das Video:
Das letzte Video zeigt nun ein Vollgeläut, also mit läutender Petersglocke. Es fand am 05.01.2012 statt, dem Vorabend des Festes Erscheinung des Herrn (Dreikönigstag). In der Petersglocke hängt nun der neue Klöppel. Zu Beginn des Vollgeläuts läutet die Petersglocke zunächst ca 10 Minuten alleine, bevor die weiteren Glocken nach und nach dazu kommen. Am Ende des Geläuts ertönen die letzten Anschläge der Petersglocke und der Pretiosa:
Und hier noch ein paar Weblinks zu den Domglocken:
Wer nun Lust darauf bekommen hat, selber einmal an dieser Führung teilzunehmen, kann dies über den nachfolgenden Link zur Seite Dombau-Köln in die Tat umsetzen: